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Interviews mit der Autorin

Die Autorin antwortet auf die häufig gestellten Fragen, die die meisten Leser beschäftigt.
Wenn Sie selbst Fragen an die Autorin stellen möchten, die Ihre Person oder Ihre Bücher betrifft, können Sie das auch tun, indem Sie der Autorin eine Nachricht schicken per Kontaktformular.
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+Seit wann schreiben Sie Geschichten, Frau Gaertner?

Antwort:
Seit ich alle Buchstaben in der Schule gelernt hatte, war es für mich das aufregendste Spiel, sie zu Wörtern und Geschichten zusammenzubauen.

+Wann schreiben Sie gewöhnlich?

Antwort:
Es gibt tatsächlich Zeiten, in denen ich nicht schreibe und mit Alltag und Beruf ausgiebig zu tun habe. Dann überfällt es mich schlagartig: eine Idee, ein Titel, ein einschneidendes Erlebnis. Spätabends oder nachts lässt meine Seele keine Ruhe und zwingt mich geradezu zu schreiben.

+Welche Themen interessieren Sie dabei besonders?

Antwort:
Da ich von klein auf Märchen sehr faszinierend fand, regt mich auch bis heute das Zusammenspiel von fantastischen Elementen, von glückseliger Harmonie und brutalen Horror-Szenen an. Mir stellt sich immer wieder die Frage nach dem Sinn des Bösartigen und Ungerechten in der Welt, warum das Naturprinzip Fressen und Gefressen werden gilt und wie es sich wohl jeweils anfühlt.

+Sind Ihre Texte biographisch?

Antwort:
Ich selbst habe noch niemanden gefressen oder ermordet. Aber viele Erfahrungen aus meinem Leben, die mich sehr bewegt haben, waren häufig Anlass zum Schreiben und ließen meine Geschichten beinah von selbst laufen. Sehr einschneidende Erlebnisse wie der Tod meiner Eltern, der Wegzug aus der Heimat oder die Trennung vom Ehemann sind dabei Wegkreuzungen, an denen man sein Leben neu ordnen muss. Dabei hat mir das Schreiben als Verarbeitungsprozess sehr geholfen.

+Möchten Sie mit Ihren Geschichten andere Menschen belehren oder Ratschläge geben?

Antwort:
Anfangs dachte ich das; oh ja. In Krisenzeiten glaubt man entweder, dass es keinen so schlimm erwischt hat wie einen selbst, was man anderen mitteilen will; oder aber man ist in der eigenen Wahrnehmung etwas vernebelt. Einige Ansätze waren vor einigen Jahren sehr naiv von mir. Heute weiß ich, dass Ratschläge eben auch Schläge sind. Nichts ist beeindruckender als gelebte Energie, ob sie von uns Menschen als gut oder böse bewertet wird. Ich darf mir als Leser alles ansehen, durch Zeiten und Seelen wandern und ein Stück Beute sozusagen für mein eigenes Leben davontragen. So, denke ich, funktionieren alle Geschichten und Bücher.

+Worum geht es in Ihrem ersten Roman "Ein Afrikaner auf dem Balkon"?

Antwort:
Da durchlebe ich die ersten Monate meiner Trennung. Man spürt als Leser, wie die Wahrnehmung sich zuerst von der Realität entfernt, um dann endlich neu geboren in ein neues Leben zu gehen. Dabei macht die Protagonistin nicht nur neue Erfahrungen, sondern lernt auch sich selbst besser kennen und wie groß der Einfluss der gesellschaftlichen Ordnung auf das eigene Leben sein kann; und vor allem, was im Leben wichtig ist…

+Wie kam Ihr nächster Roman "Die Friedhofsgängerin" zustande?

Antwort:
Ohne Vorbereitung erlitt ich im Februar 2006 einen Schlaganfall, der mich zeitweise rechtsseitig komplett lähmte. Schock, große Krise, herausgerissen werden aus dem normalen Alltag, Klinikaufenthalt und Rehabilitation. Da hatte ich plötzlich viel Zeit zum Nachdenken, und um meine Feinmotorik zu trainieren und wieder auf Trab zu bringen, fing ich an zu schreiben.

+Worum geht es in diesem Roman "Die Friedhofsgängerin"?

Antwort:
Ich habe das Leben durch zwei Protagonisten in Hell und Dunkel eingeteilt und mich gefragt, warum und wie das Schicksal mit uns Menschen umgeht. Dabei fand ich für mich heraus, wie unendlich entscheidend die Familie dabei ist. Die Entscheidungen im Leben und die eigenen Vorstellungen des Menschen werden dabei nicht nur durch eigene Erfahrungen entwickelt und festgelegt, sondern auch die Vorfahren aus vorangegangenen Generationen spielen ihre Rolle und beeinflussen – meistens eher unbewusst – die eigene Einstellung zum Leben.

+Wieso kann man "Die Friedhofsgängerin" als Kriminalroman bezeichnen?

Antwort:
Hübsche, wohlsituierte Mädchen werden brutal mit einem Hammer ermordet. Die Ermittlungen laufen eher beiläufig neben der Geschichte der zwei Frauen her, doch fordern die Geschehnisse in den verschiedenen Zeiten und Generationen den Leser immer wieder heraus, Zusammenhänge, Indizien und Vermutungen anzustellen, die am Ende den Hammermörder überführen.

+Haben Sie literarische Vorbilder?

Antwort:
Lesen ist natürlich meine größte Leidenschaft, und im Laufe der Jahrzehnte habe ich viele verschiedene Genres und Autoren gelesen und viel für mich an Inhalten und Sprache gesammelt. Dabei spielten Krimis und historische Romane, vor allem aus dem Mittelalter, für mich eine große Rolle. Patrick Süskind, Ken Follett, Dan Brown, Henning Mankell und Charlotte Link sind unter anderen meine Favoriten.